Basler Quartiere und Gemeinden
Basel ist eine kompakte Stadt mit ausgeprägten Quartiercharakteren. Ob ruhige Wohnlage oder lebendiges Stadtquartier — hier finden Sie den Überblick.
Gundeldingen
Das «Gundeli» heisst offiziell seit 1194 «Cundoltingin» und war bis 1870 ein verschlafenes Bauerndorf mit kaum 30 Häusern — bis eine Mainzer Immobiliengesellschaft 1872 72 Hektaren Land aufkaufte und das Quartier innert weniger Jahrzehnte im amerikanischen Rastermuster bebauen liess. Aus Angst vor «deutscher Überfremdung» wurden die geplanten Strassennamen in letzter Minute verworfen: Die Hauptachse heisst seither Dornacherstrasse nach der Schlacht von Dornach 1499, die Plätze Tell- und Winkelriedplatz nach Schweizer Volkshelden. Heute ist Gundeldingen das am dichtesten besiedelte Quartier Basels — eine «Stadt in der Stadt», wie es die Tageswoche nennt: konservativ im Kern, dynamisch an den Rändern. Prägend ist das Gundeldinger Feld, die ehemalige Maschinenfabrik Burckhardt/Sulzer, seit 2000 zu Kulturareal mit Kletterhalle, Theater Süd, eigener Brauerei und dem stockdunklen Restaurant blindekuh umgebaut, das von blinden und sehbehinderten Menschen bedient wird. Der Margarethenpark ist fussläufig erreichbar, ebenso zahlreiche Restaurants, Cafés und ein Biomarkt entlang der Güterstrasse. Zur Roche ist man zu Fuss in 15 Minuten, zum Bahnhof SBB mit dem Tram in 5 Minuten.
Das Gundeli pulsiert: eine «Stadt in der Stadt» mit Tram-Verbindungen in alle Richtungen, dem kulturellen Herzschlag des Gundeldinger Feldes und einer bunt gemischten Nachbarschaft. Ideal für alle, die mittendrin sein wollen — zu Fuss zur Roche in unter 15 Minuten.
Auf der Karte zeigen →| Einwohner | 18'000 |
| Zu Roche (min) | 12 |
| Zu Novartis (min) | 10 |
| Grünfläche | 8% |
| Ø Alter | 38 |
Bachletten
Der Name Bachletten verrät die Herkunft: «Letten» ist Lehmboden, wie er sich einst entlang der Bäche Birsig und Rümelinbach durchs sumpfige Gelände zog. Bis 1870 war hier offenes Feld — dann entstand innert weniger Jahrzehnte ein Villenquartier im Jugendstil, mit der 1898 von Carl Moser erbauten Pauluskirche als Mittelpunkt. Mit rund 42% Grünfläche gehört Bachletten zu den grünsten Basler Quartieren; im Dialekt wird es liebevoll-spöttisch «Bläächdalbe» oder «Alumyyniumdalbe» genannt — eine Anspielung auf das nahe, deutlich noblere St. Alban («Dalbe»). Der Zolli, Basels 1874 eröffneter und ältester Zoo der Schweiz, liegt direkt an der Quartiergrenze — die Tramhaltestelle heisst folgerichtig «Zoo Bachletten». Die Schützenmatte, informell «Basels Hyde Park» genannt, dient als grosse Sportwiese. Geprägte Wohnstrassen mit Altbauten, private Gärten und niedrige Bebauungsdichte prägen das Bild; auffallend viele Arzt- und Therapiepraxen rund um die Schweizergasse haben dem Quartier den Ruf eingebracht, bei Ärzten besonders beliebt zu sein. Der Margarethenpark ist fussläufig erreichbar. Zum Bahnhof SBB fährt Tram 17 in 8 Minuten.
Altbauwohnungen mit hohen Decken, ruhige Wohnstrassen, der Zolli und die Schützenmatte gleich um die Ecke. Bachletten ist Basel für Menschen, die es etwas ruhiger mögen — aber trotzdem nah am Puls der Stadt.
Auf der Karte zeigen →| Einwohner | 11'000 |
| Zu Roche (min) | 15 |
| Zu Novartis (min) | 13 |
| Grünfläche | 15% |
| Ø Alter | 40 |
St. Johann
St. Johann trägt den Namen des Johanniterordens, der hier 1206 eine Kommende gründete — Kelten siedelten schon Jahrhunderte zuvor bei der heutigen Voltastrasse. Den industriellen Charakter prägte ab 1886 die Farbstofffabrik Kern & Sandoz an der Gasstrasse, aus der über Sandoz und die Fusion mit Ciba-Geigy 1996 der heutige Novartis-Konzern hervorging. Seit 2001 verwandelt sich das Fabrikareal nach Masterplan des Architekten Vittorio Magnago Lampugnani in den Novartis Campus — mit Bauten von neun Pritzker-Preisträgern (u.a. Frank Gehry, SANAA, Diener & Diener, Tadao Ando, Renzo Piano), eine weltweit einmalige Dichte an Stararchitektur auf einem einzigen Firmengelände. Der Roche-Hauptsitz mit seinen Hochhäusern ist von hier auf der anderen Rheinseite gut sichtbar. Der St. Johanns-Park am Rhein erinnert mit Kletterskulpturen von Schweinen und Gänsen an die frühere Nutzung als Weideland, der Rheinuferweg führt bis nach Huningue in Frankreich — das Elsass liegt direkt vor der Haustüre. Kurios: Der Bahnhof St. Johann gehört zwar der SBB, wird aber ausschliesslich von französischen Zügen bedient — einer von nur zwei solchen «Geisterbahnhöfen» der Schweiz. Samstags lockt der Markt am Vogesenplatz, einer der ältesten Basler Quartiermärkte.
St. Johann hat sich zur ersten Wahl für Pharma-Expats entwickelt: der Novartis Campus mit Bauten von neun Pritzker-Preisträgern liegt direkt vor der Tür, Roche ist von der Rheinpromenade aus sichtbar.
Auf der Karte zeigen →| Einwohner | 15'000 |
| Zu Roche (min) | 8 |
| Zu Novartis (min) | 5 |
| Grünfläche | 10% |
| Ø Alter | 35 |
Kleinbasel
Kleinbasel war bis 1392 eine eigenständige Stadt mit eigener Gerichtsbarkeit, bevor sie für 29'800 Gulden an Grossbasel verkauft und vereinigt wurde. Älter als diese Vereinigung ist der Vogel Gryff: Erstmals 1304 dokumentiert, tanzen bis heute alle drei Kleinbasler Ehrengesellschaften — Wild Maa, Leu und Vogel Gryff — an einem Januartag auf der Mittleren Rheinbrücke, während der Wild Maa auf einem Floss rheinabwärts treibt. Der Legende nach streckt der Lällekönig auf der Grossbasler Seite den Kleinbaslern noch heute frech die Zunge heraus — Historiker halten die Geschichte allerdings für einen Mythos. Der rechte Rheinbogen ist heute geprägt vom Kontrast: Der Roche-Turm 2 misst 205 Meter und ist das höchste Gebäude der Schweiz, während Klybeck und Kleinhüningen mit die günstigsten Mietzinsen im Kanton bieten. Der Rheinhafen Kleinhüningen, seit 1922 in Betrieb, ist der einzige see- und weltweit vernetzte Hafen der Schweiz und wickelt rund 10% aller Schweizer Importe ab. Die Markthalle von 1929 trug einst die drittgrösste Stahlbetonkuppel der Welt und ist heute Markt- und Eventhalle. Der Badische Bahnhof, ein deutscher Bahnhof auf Schweizer Boden, verbindet direkt nach Freiburg und Karlsruhe. Rheinpromenade, Claraplatz und Museum Tinguely (Mario Botta) sind beliebte Treffpunkte, das Klybeckareal wird auf 300'000 m² zum neuen Stadtteil.
Jenseits des Rheins entfaltet Kleinbasel seinen eigenen Charakter: älter als Grossbasel selbst vereint, günstiger im Mietzins und mit dem höchsten Gebäude der Schweiz am Horizont. Mit dem Velo in 18 Min. zur Novartis.
Auf der Karte zeigen →| Einwohner | 55'154 |
| Zu Roche (min) | 18 |
| Zu Novartis (min) | 16 |
| Grünfläche | 12% |
| Ø Alter | 37 |
Bruderholz
Der Name Bruderholz geht auf die «Waldbrüder» zurück — Einsiedler, die im Mittelalter in den Waldstreifen des Hügels lebten. Geologisch ist der Hügel ein fruchtbarer Lössrücken, der bis rund 1920 fast ausschliesslich landwirtschaftlich genutzt wurde. Erst danach entstand nach Plan ein herrschaftliches Villenquartier für das gehobene Bürgertum; 1928 wurde das Bruderholz administrativ von Gundeldingen abgetrennt und ein eigenes Quartier. Im Volksmund heisst der Hügel bis heute «Bonzenhügel» — nicht ganz zu Unrecht: Jeder achte Bewohner ist Millionär, mehr als doppelt so viele wie im städtischen Durchschnitt, und die Maturitätsquote ist mit 58.7% die höchste aller Basler Quartiere. Mit 71% Grünfläche ist das Bruderholz gleichzeitig das grünste städtische Quartier Basels. Der 1926 erbaute, 30 Meter hohe Wasserturm ist frei zugänglich und bietet einen Panoramablick über die Stadt. Medizinisch versorgt wird das Quartier vom Kantonsspital Baselland, Standort Bruderholz. Ein Auto ist sinnvoll — Tram 15 und 16 in die Innenstadt dauern rund 12 Minuten. Mietpreise zählen zu den höchsten im Kanton.
Weitläufige Villen, kaum Durchgangsverkehr, ein Achtel Millionäre unter den Nachbarn. Bruderholz ist Basels grüne Premiumadresse für alle, die absolute Ruhe und Privatsphäre einem zentralen Stadtleben vorziehen.
Auf der Karte zeigen →| Einwohner | 5'000 |
| Zu Roche (min) | 18 |
| Zu Novartis (min) | 16 |
| Grünfläche | 25% |
| Ø Alter | 47 |
Innere Stadt / Altstadt
Basels Altstadt liegt fast exakt innerhalb der Stadtmauer von 1200 und blickt auf über 2000 Jahre Geschichte zurück, von der römischen Handelsroute entlang der heutigen Freien Strasse (erstmals 1241 als «libera strata» erwähnt) bis zur ältesten Universität der Schweiz. Diese wurde 1460 mit päpstlicher Bulle direkt im Münster eröffnet und ging aus dem Basler Konzil (1432–48) hervor — Erasmus von Rotterdam lehrte hier und machte Basel zu einem Zentrum des europäischen Humanismus. Das 1661 gegründete Kunstmuseum Basel zählt zu den ältesten öffentlichen Kunstsammlungen der Welt. Von der Pfalz, der freien Terrasse direkt hinter dem Münster, reicht der Blick bis zum Dreiländereck und an klaren Tagen zum Schwarzwald — ein Logenplatz, den drei antriebslose, allein von der Strömung bewegte Rheinfähren ergänzen. Auf dem Marktplatz findet fast täglich der älteste und grösste Frischmarkt der Stadt statt. Höhepunkt des Jahres ist die Basler Fasnacht: Am «Morgestraich» werden montags um 4 Uhr morgens alle Lichter der Innenstadt gelöscht, bevor tausende Tambouren und Pfeifer durch die engen Gassen ziehen — die «drey scheenschte Dääg» der Stadt. Freie Strasse und Barfüsserplatz bleiben die kommerziellen Achsen.
Münster, Kunstmuseum und Rheinbord direkt vor der Tür — und einmal im Jahr die Basler Fasnacht direkt vor dem Fenster. Wohnraum ist rar und entsprechend begehrt — wer hier einzieht, lebt im ältesten und schönsten Teil der Stadt.
Auf der Karte zeigen →| Einwohner | 4'500 |
| Zu Roche (min) | 15 |
| Zu Novartis (min) | 12 |
| Grünfläche | 6% |
| Ø Alter | 39 |
St. Alban
St. Alban ist eines der ältesten und exklusivsten Basler Quartiere — im Dialekt schlicht «Dalbe» genannt, mit eigener «Dalbekirche» und dem «Dalbedoor». Enge Gassen, Wasserkanäle und das St. Alban-Tal, auch «Klein-Venedig» genannt, prägen das Bild. Bereits im 12. Jahrhundert liess das St. Alban-Kloster den St. Alban-Teich anlegen, um Mühlen anzutreiben; ab dem Spätmittelalter wurde hier fast 450 Jahre lang ununterbrochen Papier hergestellt, bis 1924 — heute erinnert die Basler Papiermühle als lebendiges Museum daran. Das St. Alban-Tor, ein erhaltenes Stück der mittelalterlichen Stadtmauer, liegt mitten im Quartier, ebenso das Museum für Gegenwartskunst gleich neben der Papiermühle. St. Alban ist traditionell das Zuhause des «Daig», Basels altem Patriziat — Familien wie Bernoulli, Burckhardt, Merian oder Sarasin, die sich einst durch dezenten Reichtum und sogar eigene Briefkasten-Initialen statt vollem Namen von der übrigen Stadt abgrenzten. Direkt am Rhein gelegen und seit jeher Wohnort vieler wohlhabender Basler Familien.
Historische Gassen, plätschernde Kanäle und die Basler Papiermühle direkt vor der Tür: St. Alban — im Dialekt «Dalbe» — ist Basels ruhigstes und exklusivstes Altstadtquartier am Rhein.
Auf der Karte zeigen →| Einwohner | 12'589 |
Breite
Der Name Breite geht auf «die Gebreite» zurück, ein Flurname aus dem 14. Jahrhundert — trotz des Namens ist das Quartier zwischen Birs und Rhein im Basler Süden eher schmal und grün. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts bebaut, war die Breite bis 1950 ein klassisches Arbeiterquartier: Mehr als die Hälfte der Bevölkerung arbeitete in der einst wichtigsten Basler Exportbranche, der Seidenbandindustrie, oder auf dem Bau, und das Quartier war jahrzehntelang eine Hochburg der Sozialdemokratie. Im Dialekt heissen die Bewohnerinnen und Bewohner bis heute «Braitlemer» oder «Braiti». Die Breite hat sich bis heute ihren bodenständigen, unkomplizierten Charakter bewahrt und wurde von der Gentrifizierung weitgehend verschont. Das Rheinbad Breite, ein 1898 erbautes Flussbad aus Stahl mit Restaurant, ist eines der ältesten noch betriebenen Bäder Basels. Jeden August feiert das Quartier am Birsköpfli sein eigenes «Breilemerfest». Der Birsköpfli-Park und die Rheinuferwege machen das Quartier bei Joggern und Erholungssuchenden beliebt, traditionelle Beizen prägen das Strassenbild.
Grün, rheinnah und bodenständig: Die «Braitlemer» haben sich ihren ursprünglichen, unkomplizierten Charakter bewahrt — ideal für alle, die Natur vor der Tür und ehrliche Nachbarschaft schätzen.
Auf der Karte zeigen →| Einwohner | 9'326 |
Gotthelf
Das Gotthelf-Quartier ist nach dem Schweizer Schriftsteller Jeremias Gotthelf benannt und entstand vor rund 130 Jahren als geplantes Mittelstandsquartier nach dem Abriss der Stadtmauern. Sein heutiges, einheitliches Gesicht erhielt es vor allem in den 1920er- und 30er-Jahren durch die Architekten Wilhelm Emil Baumgartner und Hans Hindermann, die allein hier über 300 der stadtweit charakteristischen «Baumgartnerhäuser» realisierten. Kurios: Auf der Strasse «Im langen Loh» wechselt man mit jedem Schritt den Kanton — die eine Seite gehört zu Basel-Stadt, die andere zu Allschwil im Kanton Basel-Landschaft. Statistisch bemerkenswert: Gotthelf hat den höchsten Frauenanteil aller Basler Quartiere. Es gilt als gehobenes Mittelstandsquartier: ruhige, verkehrsarme Alleen wie der St. Gallerring, praktisch jedes Haus mit eigenem Vorgarten, viele Grünflächen — der Durchgangsverkehr bleibt fast vollständig auf den Randstrassen Allschwilerstrasse und Spalenring. Gotthelf liegt am westlichen Stadtrand, zwischen Iselin im Norden, Allschwil im Westen, Bachletten im Süden und Am Ring im Osten. Trotz Stadtrandlage ist die Innenstadt gut erreichbar.
Ruhige Alleen, Vorgärten und wenig Durchgangsverkehr — mit einer Strasse, auf der man beim Überqueren den Kanton wechselt. Gotthelf ist das gehobene, grüne Wohnquartier am Basler Stadtrand.
Auf der Karte zeigen →| Einwohner | 7'072 |
Iselin
Das Quartier hiess bei seiner Gründung 1904 zunächst «Hegenheim» — nach dem benachbarten elsässischen Dorf. Weil ein Teil der Bevölkerung den «fremdländisch» klingenden Namen ablehnte, wurde es 1932 nach der Isaak-Iselin-Schule in Iselin umbenannt. Der Basler Aufklärungsphilosoph Isaak Iselin (1728–1782) traf auf einer Parisreise 1752 sowohl Rousseau als auch den Naturforscher Buffon; 1777 gründete er die GGG Basel, die bis heute aktive Gesellschaft zur Förderung des Gemeinnützigen. Iselin liegt im Basler Westen, zwischen St. Johann im Norden, Allschwil und der französischen Grenze bei St-Louis im Westen, Gotthelf im Süden und Am Ring im Osten — mit rund 17'000 Einwohnenden das drittgrösste Quartier der Stadt. Schönstes Wahrzeichen ist die Strassburgerallee mit ihren prächtigen Kastanienbäumen. Das Freizeitareal Bachgraben mit Gartenbad und Minigolf liegt gleich nebenan, ebenso das Life-Sciences-Cluster Bachgraben in Allschwil. Ein klassisches, dicht bewohntes Wohnquartier mit einiger Verkehrsbelastung entlang des Wasgenrings.
Wohnlich und zentrumsnah, mit der kastanienbestandenen Strassburgerallee als schönster Ecke: Iselin verbindet Stadtnähe mit kurzen Wegen zu Bachgraben und den Pharma-Arbeitsplätzen in Allschwil.
Auf der Karte zeigen →| Einwohner | 18'044 |
Gemeinden
Riehen
Riehen entstand als alemannische Siedlung im 6. Jahrhundert; der Name ist seit 1113 belegt. 1522 kaufte die Stadt Basel das Dorf — ihr letzter grosser Gebietserwerb vor der Reformation — und bis weit ins 20. Jahrhundert blieb Riehen ein Bauern- und Weinbaudorf. Die eigene Rebfläche am Schlipf reicht bis an die deutsche Grenze zurück: Beim Wenden am Rebzeilenende überquert der Traktor buchstäblich die Landesgrenze, eine 1200-jährige Weinbautradition wird hier bis heute fortgeführt. Weltbekannt ist die 1997 eröffnete Fondation Beyeler von Stararchitekt Renzo Piano, eingebettet in den Park des Berower-Guts mit Blick auf die Langen Erlen, Basels grösstes Waldgebiet. Der historische Dorfkern mit dem Wettsteinhaus erinnert an Johann Rudolf Wettstein, jenen Basler Bürgermeister, der 1648 im Westfälischen Frieden die Unabhängigkeit der Eidgenossenschaft vom Heiligen Römischen Reich sicherte — heute beherbergt das Haus das Museum MUKS. Trotz der dörflichen Anmutung zählt Riehen regelmässig zu den lebenswertesten Gemeinden der Region — bei einer Rangliste der Basler Kantonalbank belegte es unter 50 Nordwestschweizer Gemeinden den ersten Platz. Tram 6 verbindet Riehen mit dem Badischen Bahnhof und dem Zentrum; die Gemeinde hat einen eigenen Gemeinderat.
Dorfidylle mit Basler Urbanität: Weinberge bis an die Grenze, die Fondation Beyeler mitten im Dorf, und regelmässig auf Platz eins der lebenswertesten Gemeinden der Region.
Auf der Karte zeigen →| Einwohner | 22'000 |
| Zu Roche (min) | 25 |
| Zu Novartis (min) | 22 |
| Grünfläche | 40% |
| Ø Alter | 44 |
Binningen
Binningen ist erstmals 1004 urkundlich erwähnt — 2004 feierte die Gemeinde ihr 1000-jähriges Bestehen. Bis zur Kantonstrennung 1833 gehörte das Dorf zum Gebiet der Stadt Basel; Bottmingen war bis 1837 sogar Teil von Binningen selbst. Mittelpunkt des historischen Dorfkerns ist das Schloss Binningen aus den 1290er-Jahren, eine Wasserburg, die nie eine Verwaltungsfunktion hatte, sondern stets Wohnsitz war — heute beherbergt sie ein Restaurant und ein kleines Hotel. Das Sonnenbad St. Margarethen, ein Freibad von 1903, gehört zu den ältesten noch betriebenen Bädern der Region. Tram 10 durch Binningen ist seit 1986 die längste internationale Tramlinie Europas und führt über französisches Staatsgebiet bis nach Rodersdorf. Binningen zählt zu den wohlhabendsten Gemeinden des Baselbiets und war Heimat bekannter Persönlichkeiten: Hier wuchs Schauspieler und Schriftsteller Curt Goetz auf, hier wurde Automobilbauer Peter Monteverdi geboren. Ruhige Wohnlagen, viele Einfamilienhäuser — Tram 10 fährt ohne Umstieg zum Aeschenplatz. Gute Schulen und Einkaufsmöglichkeiten vorhanden, wenige Minuten zum Novartis Campus.
1000 Jahre Geschichte, ein eigenes Wasserschloss und Europas längste internationale Tramlinie vor der Haustür — Binningen ist die bevorzugte Wahl vieler Expat-Familien. Mit der Strassenbahn in 14 Minuten zum Roche-Campus.
Auf der Karte zeigen →| Einwohner | 16'000 |
| Zu Roche (min) | 14 |
| Zu Novartis (min) | 12 |
| Grünfläche | 18% |
| Ø Alter | 42 |
Allschwil
Allschwil ist erstmals 1033 als «Almswilre» belegt; beim Neu-Allschwil-Quartier entdeckte man 1937 ein gallorömisches Gräberfeld aus der Zeit um Christi Geburt — einer der ältesten Funde dieser Art nördlich der Alpen. Zusammen mit dem Nachbardorf Schönenbuch ist Allschwil das einzige Dorf der Region mit ausgeprägt elsässischem Sundgau-Charakter: Fachwerkhäuser und enge Gassen im historischen Dorfkern, mit der gotischen Dorfkirche St. Peter und Paul (Holzfiguren von rund 1500) als ältestem Gebäude. Ein rund 40 Meter hoher Wasserturm mit Lift bietet freien Blick bis zum Schwarzwald. Ganz anders der Bachgraben-Campus im Norden: Hier sitzt mit Idorsia (Nachfolgerin von Actelion nach der Übernahme durch Johnson & Johnson 2017) ein Hauptsitz der Pharmabranche in einem von Herzog & de Meuron gestalteten Gebäude. Der «Basel Supercluster» rund um den Campus vereint über 800 Life-Sciences-Firmen und rund 33'000 Fachkräfte — einer der bedeutendsten Cluster Europas. Auf dem Ziegelei-Areal entsteht derzeit ein neues Wohnquartier für 500 bis 600 Bewohner. Tram 6 und mehrere Buslinien gewährleisten schnellen Pendlerzugang; sehr beliebt bei internationalen Pharmamitarbeitenden wegen kurzer Arbeitswege.
Elsässisches Dorf und europäischer Life-Sciences-Supercluster in einem: quasi vor dem Novartis-Campus gelegen, mit historischem Ortskern und modernen Überbauungen gleichermassen gefragt.
Auf der Karte zeigen →| Einwohner | 22'000 |
| Zu Roche (min) | 12 |
| Zu Novartis (min) | 10 |
| Grünfläche | 20% |
| Ø Alter | 39 |
Muttenz
Muttenz reicht bis in die Kelten- und Bronzezeit zurück: Grabfunde am Wartenberg, jenem 479 Meter hohen Hügel südöstlich des Dorfs, zeugen von früher Besiedlung. Auf dem Wartenberg standen einst drei mittelalterliche Burgen, die 1356 beim grossen Basler Erdbeben zerstört wurden — danach liess Hans Thüring Münch um 1420 die Dorfkirche St. Arbogast zur Wehrkirche ausbauen, bis heute die einzige erhaltene Wehrkirche der Schweiz. Ihr gut sieben Meter hoher Ringwall mit Zinnen und zwei Torturm-Resten sowie das 1513 erbaute Beinhaus mit Fresken von rund 1507 sind noch heute zu besichtigen. 1515 musste die verschuldete Familie Münch die Herrschaften Münchenstein, Muttenz und Wartenberg an die Stadt Basel verkaufen. Das moderne Muttenz ist stark industriell geprägt: Der Rangierbahnhof Basel war einst der grösste der Schweiz, in Schweizerhalle sind die Schweizer Salinen sowie Novartis- und Clariant-Werke angesiedelt. Auf dem 34 Hektaren grossen Polyfeld-Areal entsteht rund um den markanten, würfelförmigen FHNW-Campus mit 4000 Studierenden ein neues Wissens- und Wohnquartier. Das historische Dorfzentrum mit mittelalterlicher Kirche bildet dazu einen reizvollen Kontrast. Bahnhof Muttenz bietet direkte S-Bahn-Verbindungen nach Basel SBB in 8 Minuten.
Viel fürs Geld: grosse Wohnungen, eine der letzten Wehrkirchen der Schweiz und ein neues Hochschulquartier am Bahnhof. Solider Standort für Familien, die Platz dem Stadtleben vorziehen.
Auf der Karte zeigen →| Einwohner | 22'000 |
| Zu Roche (min) | 18 |
| Zu Novartis (min) | 20 |
| Grünfläche | 22% |
| Ø Alter | 41 |
Birsfelden
Bis 1815 stand hier kaum mehr als eine Handvoll Häuser — erst 1874 löste sich Birsfelden von Muttenz und wurde eigenständige Gemeinde. Mit der Kantonstrennung wurde die Birs zur Kantonsgrenze und Birsfelden zum Zollposten, woraus sich sein Charakter als Grenzort entwickelte. Kaum bekannt: Von 1920 bis 1950 lag hier auf dem Sternenfeld der erste Flughafen der Schweiz — schon 1926 «der modernste der Schweiz», mit Linien nach London, Paris und Amsterdam; 1930 landete sogar der Zeppelin. Nach dessen Schliessung entstand 1937–41 der Rheinhafen, mit 94% Ja-Stimmen von der Baselbieter Bevölkerung genehmigt. Das 1954 erbaute Kraftwerk Birsfelden mit seiner voll verglasten Maschinenhalle liefert bis heute rund 17% des Stroms für die Region Basel und gilt als eines der bedeutendsten Nachkriegsbauwerke der Region. Am Birsköpfli, dem Zusammenfluss von Birs und Rhein, ist Baden und Picknicken bei Einheimischen beliebt. Weniger bekannt: Das Schweizer Hauptquartier des Möbelherstellers Vitra sitzt in Birsfelden. Das frühere Hafengebiet entwickelt sich weiter zum modernen Wohnquartier mit neuen Genossenschaftsbauten. Tram 3 verbindet mit Basel (Claraplatz, SBB) in 10–12 Minuten.
Klein, kompakt und direkt an Basel angedockt — mit einer überraschenden Geschichte als erster Flughafen der Schweiz. Deutlich günstiger als vergleichbare Stadtlagen, mit dem Velo in 20 Minuten zur Roche.
Auf der Karte zeigen →| Einwohner | 10'000 |
| Zu Roche (min) | 20 |
| Zu Novartis (min) | 18 |
| Grünfläche | 12% |
| Ø Alter | 38 |
Münchenstein
Münchenstein, 1196 erstmals als «Kekingen» erwähnt, verdankt seinen heutigen Namen der Familie Münch, die hier eine Burg auf dem Felsen errichtete — «Münchs Stein». Traurige Berühmtheit erlangte der Ort am 14. Juni 1891: Beim Einsturz einer von Gustave Eiffels Firma gebauten Eisenbahnbrücke über die Birs starben 73 Menschen — das schwerste Eisenbahnunglück der Schweizer Geschichte, das zur systematischen Prüfung aller Bahnbrücken des Landes führte. Weit weniger bekannt: In der 1921 gegründeten Schriftgiesserei Haas in Münchenstein wurde die Schrift Helvetica entwickelt, eine der meistverwendeten Schriftarten der Welt. 1912/13 entstand mit der Gartenstadt Münchenstein die erste genossenschaftliche Gartenstadtsiedlung der Schweiz — die 36 Häuser mit grosszügigen Gärten stehen bis heute unter Schutz. Auf dem grenzüberschreitenden Dreispitz-Areal haben sich mit dem von Herzog & de Meuron gebauten Schaulager und dem Kunsthaus Baselland gleich mehrere Museen angesiedelt. Fussballstar Roger Federer wuchs in Münchenstein auf. Ruhig, grün, mit direkter Tramverbindung (Linien 10 und 11) bis zum Bahnhof Basel. Gemeindegebiet umfasst günstigere Wohnblöcke ebenso wie Villenlagen am Birspark, der viel Freizeitraum bietet.
Ruhige Gemeinde an der Birs mit erstaunlicher Geschichte — von Roger Federers Kindheit bis zur weltberühmten Schrift Helvetica. Preisgünstiger als Binningen, gut für Pendler und Familien, die Wert auf Grünraum legen.
Auf der Karte zeigen →| Einwohner | 13'000 |
| Zu Roche (min) | 16 |
| Zu Novartis (min) | 14 |
| Grünfläche | 20% |
| Ø Alter | 40 |
Therwil
Therwil ist seit 1223 urkundlich belegt und gehörte ursprünglich dem Kloster Reichenau, bevor es 1518 an den Basler Bischof kam. Mit der Eröffnung der Birsigtalbahn 1887 erhielt das bis dahin bäuerliche Weinbaudorf direkten Bahnanschluss nach Basel und wurde zur Wohngemeinde der Agglomeration. Die katholische Kirche St. Stephan von 1627–1631 prägt bis heute das Ortsbild; im ehemaligen Pfarrhaus von 1607 zeigt das Dorfmuseum unter anderem Exponate der einstigen Kammfabrik Baloid (1915–1984). Mit über 10'000 Einwohnern gilt Therwil offiziell als Stadt — der Gemeindepräsident weigert sich aber bewusst, sich «Stadtpräsident» nennen zu lassen, weil er den dörflichen, direkten Kontakt zu den Bewohnenden nicht verlieren will. Wie ernst Therwil sein Dorfleben nimmt, zeigte sich am 799-Jahre-Dorffest 2022: Die Gemeinde engagierte ihren eigenen berühmten Sohn, den international erfolgreichen DJ Antoine, der rund 30'000 Besucherinnen und Besucher anzog. Einfamilienhäuser und grosszügige Gärten prägen das Ortsbild im grünen Leimental. Trotz ländlicher Anmutung gut erreichbar: Tram 10 über Binningen direkt nach Basel, guter Autobahnanschluss A18.
Das grüne Pendlerparadies mit dörflichem Stolz: Für das 799-Jahre-Fest liess man den eigenen Sohn DJ Antoine auftreten. Für Familien mit S-Bahn-Anschluss eine entspannte Alternative zu den teureren Stadtrandlagen.
Auf der Karte zeigen →| Einwohner | 10'000 |
| Zu Roche (min) | 22 |
| Zu Novartis (min) | 20 |
| Grünfläche | 28% |
| Ø Alter | 43 |
Arlesheim
Arlesheim, Hauptort des gleichnamigen Bezirks, ist berühmt für seinen Dom — die einzige Kathedrale der Schweiz, die als Domkapitel-Residenz erbaut wurde. 1679 verlegte das Basler Domkapitel seinen Sitz hierher und errichtete den barocken Dom (1680/81) samt Domherrenhäusern rund um den bis heute geschlossen erhaltenen Domplatz. Die berühmte Silbermann-Orgel von 1761 gilt als eine der bedeutendsten historischen Orgeln Europas. Ebenso einzigartig ist die Ermitage: 1785 angelegt, ist sie der grösste englische Landschaftsgarten der Schweiz, mit Weihern, Grotten und der Ruine Birseck. In den Höhlen der Ermitage fand man Spuren aus der Altsteinzeit (rund 10'000 v. Chr.). Bis 1792 gehörte Arlesheim zum Fürstbistum Basel, war danach 22 Jahre französisch und kam 1815 zum Kanton Basel. Heute ist Arlesheim ein gehobener, grüner Wohnort für Menschen, die naturnahe Ruhe mit städtischer Erreichbarkeit verbinden — Tram 10 der BLT fährt direkt ins Zentrum von Basel.
Historisch und gehoben: Domplatz, Silbermann-Orgel und die weitläufige Ermitage machen Arlesheim einzigartig. Grüner, ruhiger Wohnort mit direkter Tram-10-Verbindung nach Basel — beliebt bei Familien und Ruhesuchenden.
Auf der Karte zeigen →Reinach BL
Reinach, erstmals als «Rinacho» unter dem Basler Bischof Ludwig Garewart (1164–1176) erwähnt, ist mit über 20'000 Einwohnerinnen und Einwohnern seit 2023 eine der grössten Gemeinden des Kantons Basel-Landschaft — behält aber offiziell bewusst den Gemeinde-Status. Die Bevölkerung wuchs in drei Schüben: im 18. Jahrhundert, mit der Eröffnung der Tramlinie im 20. Jahrhundert und im grössten Schub der Nachkriegszeit, als in nur 30 Jahren 14'000 Menschen dazukamen. Das Gemeindegebiet am Südfuss des Bruderholz reicht von der Birs mit der geschützten Reinacher Heide — einem der letzten Auenreste der Region — bis auf 373 m ü. M. Trotz des rasanten Wachstums hat Reinach seinen historischen Dorfkern bewahrt. Die BLT-Tramlinie 11 verbindet die Gemeinde direkt mit Basel; Autobahnanschluss und regionale Buslinien ergänzen das Angebot. Reinach ist ein ausgewogener Wohnort für Familien, Berufstätige und Seniorinnen und Senioren, die Stadtnähe mit Grünraum und Ruhe verbinden möchten.
Grösste Agglomerationsgemeinde des Baselbiets, familienfreundlich und grün: Von der Reinacher Heide bis zum bewahrten Dorfkern verbindet Reinach Stadtnähe mit viel Naherholung. Tram 11 fährt direkt nach Basel.
Auf der Karte zeigen →Oberwil BL
Oberwil liegt rund 5 km von Basel entfernt im Leimental, am Osthang des Bielhübels mit Ausläufern zum Bruderholz. Am Wiener Kongress 1815 kam das Birseck — und mit ihm Oberwil — zum Kanton Basel. Im Oktober 2005 überschritt die Gemeinde die 10'000-Einwohner-Grenze, gilt aber offiziell nicht als Stadt, weil sie sich bewusst dagegen entschied. Oberwil ist Schulstandort der Region: Neben mehreren Primarschulen und der Sekundarschule Hüslimatt liegt hier das Gymnasium Oberwil, das Schülerinnen und Schüler aus dem ganzen Leimental anzieht. Die BLT-Tramlinie 10 — die über französisches Staatsgebiet bis Rodersdorf führt — bringt einen in rund 15 Minuten ins Stadtzentrum, zum Bahnhof SBB in etwa 20. Diverse Buslinien ergänzen das Netz Richtung Bottmingen, Biel-Benken, Allschwil und Arlesheim. Oberwil ist ein ruhiger, familienfreundlicher Wohnort mit dörflichem Charakter und guter Anbindung — beliebt bei Familien, die Grünraum und kurze Wege zu den Schulen schätzen.
Ruhiges Leimental-Dorf mit Gymnasium und dörflichem Charakter: Oberwil verbindet Grünraum und familienfreundliche Ruhe mit direkter Tram-10-Anbindung nach Basel in rund 15 Minuten.
Auf der Karte zeigen →Magden AG
Magden liegt im aargauischen Fricktal, rund 15 km östlich von Basel, im Tal des Magdenerbachs zwischen bewaldeten Höhenzügen und Rebbergen. Das Dorf ist alt — römische Spuren und ein Ortsbild, das über Jahrhunderte gewachsen ist. Wer hier wohnt, hat Landschaft vor der Tür und ist trotzdem in gut zwanzig Minuten in der Stadt.
Ländlich, ruhig, mit Wein und Wald: Magden ist eher Dorf als Vorort. Wer Platz und Landschaft sucht und die Fahrt nach Basel in Kauf nimmt, findet hier ein anderes Leben als in der Stadt — und deutlich mehr Quadratmeter fürs Geld.
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